Einer von drei
Donnerstag, 06. November 2008Einer von meinen Lesern - und zwar einer der drei, die mich nicht persönlich und in echt kennen, glaubt ja, ich sei eine reiche, faule Schlampe, die sich hauptsächlich ihre Nägel lackiert und gelegentlich im Internet surft.
Nun, gestern Abend, als ich in meinem plüschigen Bodoahr auf dicken Perserteppichen lümmeld, nichts andres zu tun hatte als mir Fussel von Samt, Zobel und Seide aus dem Bauchnabel zu zupfen, während ich auf meinen Butler wartete, der verdammt spät mit dem Blattgoldbestreuten Kaviar dran war…jaja, ich hab natürlich einen Butler als Domestiken, nur er kann den Tee richtig aufgießen, ich bin ja nicht einer der abgetakelten Habsburgs, die sich insofern immer noch herrschaftlich gebärden, als sie zwar ihre Titel verloren, aber immer noch Kindermädeln aus den Ehemaligen Erbländern (Tschechien, Böhmen und Mähren) finden, die ihre Bälger wenn schon nicht erziehen, so doch füttern. Ausserdem heissen die nicht Kindermädeln sondern Aupeehr. (Au - der Peer hat mich schonwieder getreten?)
Jedenfalls - wo war ich? Achja, in meinem schwülstigen Luxuszimmer - was sag ich Zimmer - Loft! Und der Butler kam also ewig nicht daher, da tippte ich elegant mit meinem Diamantenduke auf matlachens Mittagessen, um zu gucken, was das Volk isst, wenns kein Brot hat, und ja…da sind früher so kleine Banner gewesen … mir deucht, die sind fort … wieso? Kriegt da der Webseitenbetreiber nicht immer einen Viertelcent, wenn man draufklickt? Da will ich endlich eine gute Tat tun, damit dieses arme Schwein mal zu was kommt und draufklicksen - und dann hat er keine mehr… achja, kein Durchhaltevermögen. Schad.
So, natürlich, kann er ja zu nix kommen. Ausser zu einem Kuckkuck. Ich liebe ihn natürlich trotzdem, ich kanns mir ja leisten.
Denn er hat beinahe recht, bis auf das Nägellackieren - ich hab nämlich ganz kurze, und keine Geduld für sowas.